Eine Reise ins Märchenland

Märchenerzählerin Susanne Theis zu Gast an der Aurelia-Wald-Gesamtschule

„Ein Mann hatte sieben Söhne und immer noch kein Töchterchen, so sehr er sich´s auch wünschte; endlich gab ihm seine Frau wieder gute Hoffnung zu einem Kinde, und wie es zur Welt kam, war es auch ein Mädchen…“ Schon wenn Susanne Theis beginnt, das Märchen „Die sieben Raben“ von den Brüdern Grimm zu erzählen, ist ihr die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer sicher.

So ist es auch am 07.11.2018, als die Märchenerzählerin den 5. Jahrgang der AWG besucht, der sich aktuell im Rahmen des Deutschunterrichts mit verschiedenen Märchen befasst.

Foto: Die Märchenerzählerin Susanne Theis

Im regen Austausch mit den Schülern erklärt Susanne Theis, dass in Märchen eigene Gesetze gelten, so tauchen zum Beispiel plötzlich Dinge auf, die zuvor nicht vorhanden waren. „Aber das gehört eben dazu und ist märchenlogisch“, so die Erzählerin. Darüber hinaus bespricht sie die Wirkung und Bedeutung von Bildern und erläutert, dass die Aussage über die Sonne „Sie fraß kleine Kinder“ nicht wirklich bedeutet, dass Kinder gefressen werden, sondern dass es in der Nähe der Sonne viel zu heiß ist für uns Menschen. Zusätzlich lässt sie die Schüler die inneren Bilder und Emotionen beschreiben, die sie beim Hören des Märchens entwickeln. „Leider habe ich mir auch vorgestellt, wie sie sich den Finger abgeschnitten hat“, äußert sich eine Schülerin und die Erzählerin erklärt, was dies bedeutet.

Im Anschluss an das Gespräch fordern die Schüler geradezu das Vortragen weiterer Märchen. Susanne Theis erzählt noch ein Schwankmärchen aus Serbien und das spanische Märchen „Der Prinz mit den Eselsohren“. Dabei eröffnet und beendet sie jede Erzählung mit einem kurzen Spiel auf einem mitgebrachten Zupfinstrument, der Kantele.

Neben der inhaltlichen Vermittlung von Märchentexten erhalten die Schüler auch Hintergrundinformationen über die Tradition und Funktion von Märchen und erfahren, dass Märchen ursprünglich Geschichten für Erwachsene waren und daher auch oft blutig oder gruselig sind. Die Märchenerzählerin berichtet ebenso, dass Märchen zu Zeiten, in denen es noch kein Fernsehen und nur wenige Freizeitbeschäftigungen gab, zunächst mündlich weitergegeben wurden, wenn man abends zusammensaß. Bis die Brüder Grimm schließlich auf die Idee kamen, diese Geschichten aufzuschreiben, um sie zu auch langfristig zu erhalten.

Dass Märchen immer noch eine große Faszination auf Kinder ausüben, zeigt sich deutlich daran, wie beeindruckt die Schüler von den Texten und von der Erzählweise der Märchenerzählerin waren, die alle Märchen auswendig wiedergeben konnte. Susanne Theis erklärt dazu, dass sie sich die Texte merken kann, weil sie die Märchen mit dem Herzen und mit Gefühl auswendig lernt und dass „etwas auswendig lernen“ daher im Englischen auch „learning bei heart“ heißt.

Politik in der Schule

Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch zu Besuch im 7. Jahrgang

Thordies Hanisch (SPD)

Am Montag, den 17. September 2018, besuchte die Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch (SPD) die Stammgruppen 7.2 und 7.4.

Da die Kommunalpolitik und die Möglichkeiten der Mitbestimmung zu diesem Zeitpunkt im Gesellschaftslehreunterricht thematisiert wurden, konnte Frau Hanisch einige Fragen beantworten und viel Interessantes aus dem Politikerinnenleben erzählen.

In einem Beispiel aus der Praxis ging es um die Finanzierung von Straßensanierungen und deren Ausbau in Uetze. Die Schülerinnen und Schüler konnten dabei erkennen, wie schwierig es in der Politik manchmal ist, Lösungen zu finden.

Darüber hinaus hatten die Schüler auch die Möglichkeit Fragen zu aktuellen politischen Themen zu stellen und durften ihre eigene Meinung äußern.

Der 7. Jahrgang bedankt sich herzlich bei Frau Hanisch für diesen besonderen Unterrichtsbesuch und den gelungenen Austausch.

Klassischer Konzertgenuss

Ehrbar-Ensemble zu Gast an der Aurelia-Wald-Gesamtschule

Auf eine musikalische Reise in die Zeit der Romantik wurden die Schülerinnen und Schüler des 6. Jahrgangs mitgenommen, als Judith Adomeit, Fachbereichsleiterin für Musisch-Kulturelle Bildung und Deutsch, am 24.10.2018 das Ehrbar-Ensemble aus Hildesheim in der Agora des Schulzentrums Uetze begrüßte.

Das Ehrbar-Ensemble, bestehend aus Sopranistin Heidrun Blase, Pianist Gerrit Zitterbart und Rezitator Rudolf Krieger, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen auf anschauliche und motivierende Weise klassische Musik zu vermitteln. Und dazu gehört daher nicht nur der musikalische Vortrag, sondern auch das Verständnis dafür, was das Trio auf der Bühne leistet. Wie setzt man seine Stimme richtig ein? Was passiert eigentlich beim Singen im Körper? Welche Muskeln benötigt man beim Klavierspielen? Dies waren nur einige Fragen, die beantwortet wurden.

Foto 1: Ehrbar-Ensemble, Bilder aus den Workshops werden parallel zum Vortrag gezeigt

Bereits am Montag, den 22.10.2018 hatten sich die Schüler der vier Stammgruppen in verschiedenen Workshops mit jeweils einem Titel des Konzerts kreativ auseinandergesetzt und z.B. Bilder gestaltet, die während des Konzerts zum Einsatz kamen. Geleitet wurden diese Workshops von der Projektleiterin des Ehrbar-Ensembles, Ramona Wendt, die zuvor im Rahmen ihres Lehramtsstudiums ein halbjähriges Praktikum an der AWG absolviert hatte.

Nachdem Rudolf Krieger, der die Schüler im Rahmen des Konzerts auch mit dem beeindruckend vorgetragenen Melodram „Schön Hedwig“ faszinierte, auf die Besonderheiten des Konzerts hingewiesen hatte, ging es los.

„Sind eigentlich Jungen oder Mädchen mehr wert? Dieser Frage wollen wir heute nachgehen!“, eröffnete Heidrun Blase ihre Darbietung. Beim aktuellen Projekt der Egerland Stiftung steht die Gleichberechtigung der Geschlechter im Mittelpunkt und es werden Werke von Komponistinnen und Komponisten gegenübergestellt.

So lauschten die Schüler Kompositionen von Clara Wieck und Frédéric Chopin, die von Gerrit Zitterbart am Flügel eindrucksvoll dargeboten wurden, während Heidrun Blase die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Gesang zu Kompositionen von Cécile Chaminade und Francis Poulenc sowie von Clara Schumann und Gabriel Fauré beeindruckte. Bei letzteren Darbietungen durften Schüler aus zwei Stammgruppen sogar aktiv auf der Bühne mitwirken. Sie hatten im Workshop zu Schumanns „Walzer“ das Walzertanzen geübt oder zu Faurés „Papillon“ Schmetterlinge gebastelt, mit denen sie auf der Bühne von Blume zu Blume flogen.

Am Ende jeder Gegenüberstellung wurde darüber abgestimmt, welches Stück den Schülerinnen und Schülern jeweils besser gefallen hat – die Meinungen hierüber waren so bunt gemischt wie die Schülerschaft und zeigten deutlich, dass Geschmäcker eben verschieden sind.

Foto 2: Schüler der Stammgruppe 6.2 beim Walzertanzen

Gefallen hat einem Großteil der Schüler dieses aktive Konzert auf jeden Fall, viele waren besonders von Gerrit Zitterbart begeistert („Der konnte voll gut spielen!“). Aber auch das Abstimmen und das Raten, welches Stück denn nun von einem Mann und welches von einer Frau komponiert worden war, bereitete ihnen viel Freude. „Die haben immer wieder nach unserer Meinung gefragt, das war cool!“, fasst eine Schülerin es in Worte und auch für Fachbereichsleiterin Judith Adomeit war es eine gelungene Veranstaltung und sie kann sich daher sehr gut vorstellen, dass dies nicht der einzige Besuch des Ehrbar-Ensembles an der Aurelia-Wald-Gesamtschule bleiben wird.

Technik zum Anfassen

Besuch der Maker Faire in Hannover

Viel zu entdecken gab es für den 9. Jahrgang am 14.09.2018 bei der Maker Faire, einer Messe rund ums Mitmachen, Tüfteln und Gestalten.

Schülerinnen des 9. Jahrgangs mit selbstbedruckter Kissenhülle

Bereits beim Reinkommen gab es ein erstes kleines Highlight: Die Schüler konnten sich am Lobomat ein Lob per Knopfdruck abholen. Wer wollte, konnte dort sogar sein eigenes Lob in den PC eingeben und dann als Glücksbringer ausdrucken. An den einzelnen Ständen konnten die Schülerinnen und Schüler viel ausprobieren und selber machen. So bestand die Möglichkeit, Karten oder Kissen zu bedrucken, Badebomben herzustellen oder an einem Lego-Auto mitzubauen. Sogar ein Ritt auf einem Einhorn mit einer Virtual-Reality Brille war möglich. Auch die Autofans kamen auf ihre Kosten. Während die Mädchen den Twinkle Light Bulli und den Beetle by Vrbanus, die mit Lichterket

ten, Drahtornamenten und Swarovsky-Steinen dekoriert waren, bewunderten, waren die Jungen eher an den skurrilen motorisierten Schrott-Skulpturen (Rustang Sally und Clampasaurus) von  Joe Rush auf dem Außengelände interessiert. Das eine oder andere Herz schlug höher, als die Schüler im hinteren Teil der Eilenriedehalle die Arena für die Roboterkämpfe fanden. Beim „Hau den Lukas“ konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Kräfte messen und erhielten ihr Ergebnis in Newton und die Star Wars Fans freuten sich über die vielen Figuren, mit denen sie gerne für ein Foto posierten.

Schrott-Skulptur: Rustang Sally

 

Abgerundet wurde der Tag durch die Imbissstände auf dem Außengelände, die, wie bei einem Street-Food-Festival, viele besondere Spezialitäten, wie echte italienische Pizza oder Burger der FoodMafia, im Angebot hatten.

 

 

 

Wir sind ein Team!

Jahrgangsfahrt ins Internationale Haus Sonnenberg im Harz

Bei strahlendem Sonnenschein ging es für den 5. Jahrgang vom 10.-12.09.2018 mit 80 Schülerinnen und Schülern, 5 Lehrkräften und der Schulsozialarbeiterin nach St. Andreasberg.

Diese erste gemeinsame Fahrt sollte die Stammgruppen und den ganzen Jahrgang intensiver zusammenwachsen lassen. So war auch klar, dass das Hauptaugenmerk auf einem Sozialtraining mit den Schwerpunkten Teambuilding, Kommunikation und dem Ausdruck von Gefühlen liegen sollte. Das Training wurde durch professionelle Teamer angeleitet, sodass für die Tutoren die Möglichkeit bestand, sich aus der Rolle des Lehrers zurückzuziehen und stattdessen von außen zu beobachten, wie ihre Schüler miteinander umgehen.

Nach der Anreise wurden erst einmal die Zimmer bezogen und die Gegend erkundet. Dabei stellten die Schüler begeistert fest, dass zur Ausstattung des Hauses ein Bolzplatz, ein Volleyballfeld und eine Freizeithalle mit Tischtennisplatte und Billardtisch gehörten, die sie in den kommenden Tagen auch rege nutzten.

Nach einem kurzen Kennenlernspiel ging es für die Stammgruppen in Gruppenarbeit weiter. Aufgabe war es, mit Naturgegenständen Körperteile herzustellen, aus denen am Ende zur Überraschung der Schüler ein ganzer Mensch zusammengefügt werden konnte.

 

Beim Kinoabend sahen die Schüler, wie es ist, wenn die Gefühle Kopf stehen und konnten am nächsten Tag beim Sozialtraining darauf Bezug nehmen. Dennoch verlangte es viel Mut von den Schülern, offen über ihre Gefühle zu sprechen und darüber, was diese bedeuten.

Am Nachmittag des zweiten Tages standen vermehrt Kooperationsspiele im Vordergrund, die den Zusammenhalt der Stammgruppen stärken sollten.

 

Krönender Abschluss war dann die Disco mit einer Limbo-Challenge zu fortgeschrittener Zeit. Die Schülerinnen und Schüler konnten zu selbst erstellten Playlisten ausgiebig tanzen oder den Lehrkräften beim Tanzen zuschauen.

Insgesamt waren es drei erfolgreiche und sehr intensive Tage für alle Beteiligten. Die Erfahrungen, die die Stammgruppen und die Tutoren aus diesen Tagen mitnehmen, werden nun intensiv im Projektunterricht genutzt, um den Jahrgang im sozialen Miteinander weiter zu schulen und das positive Miteinander zu festigen.

In jedem von euch steckt etwas drin – wie in einer Capri-Sonne!

Einschulung an der Aurelia-Wald-Gesamtschule

Schon lange hatten viele der 81 neuen Schüler der AWG diesem Tag entgegengefiebert und warteten am Donnerstag, den 09.08.2018 in der Agora des Schulzentrums Uetze gespannt und voller Vorfreude auf ihre Einschulung.

Schulleiter Frank Stöber hieß die Schüler herzlich willkommen und freute sich über die zahlreichen Familienmitglieder, die trotz der großen Hitze gekommen waren, um diesen Tag gemeinsam mit den neuen Fünftklässlern zu feiern.

Umrahmt wurde das Programm musikalisch vom Chor der AWG unter der Leitung von Judith Adomeit, der von Sven Gerrlich am Klavier begleitet wurde.

Herr Stöber stellt die neuen Tutoren vor

Was haben nun aber Fünftklässler mit Capri-Sonnen zu tun? Dieser Frage ging Herr Stöber in seiner Rede nach und verwies dabei auf die vielfältigen Sorten, die ebenso wie die Schüler alle etwas Besonderes und einzigartig sind. Insbesondere die Sorte „Power-Team“ trifft gut auf die Situation der Stammgruppen zu, denn man muss schließlich ein gutes Team mit starken Schülern sein, um etwas zu erreichen, man muss zusammenhalten und dafür sorgen, dass alle sich wohl fühlen.

Hier ist auch der Capri-Sonne-Werbeslogan „Da steckt was drin!“ sehr passend, weil in jedem Schüler etwas Tolles steckt, das er zeigen kann und das gefördert werden soll.

Und da im Schulalltag leider nicht ausschließlich die Sonne scheint, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass immer wieder sonnige Tage kommen und daran sollen die Schüler sich durch das Symbol der „Sonne zum Mitnehmen“ jeder Zeit erinnern.

Die Namensgeberin der Aurelia-Wald-Gesamtschule hat einmal gesagt: „Zum Leben braucht man Mut und Kinder brauchen Sonne und Liebe, erst dann lächeln sie, strahlen und leuchten.“ Und dieses Strahlen und Leuchten möchten die Kollegen der AWG bei ihren Schülern erleben.

Während die Schüler im Anschluss an die Rede mit einer Tüte Capri-Sonne in der Hand gemeinsam mit ihren Tutoren zum ersten Kennenlernen in die Stammgruppenräume gingen, erhielten die Eltern noch weitere Informationen zum breitgefächerten Beratungsangebot an der AWG und erfuhren etwas über die Arbeit der Beratungslehrerinnen Frau Wunderlich und Frau Hähner sowie des Schulmediators Herrn Lampe. Ebenso stellte sich die Schulsozialarbeiterin Frau Meyer vor, bevor die Eltern sich über das Ganztagsangebot der Schule informieren konnten oder sich an dem vom Schulelternrat organisierten Buffet bedienen durften.

So wurde es für alle Beteiligten ein rundum gelungenes Ereignis, das Schulleiter Stöber mit einem Versprechen verknüpfte: „Wir werden niemanden fallen lassen. Jeder bekommt an dieser Schule seine Chance – jeder von euch und auch jeder von Ihnen bekommt eine Hand entgegengestreckt und es liegt an euch und an Ihnen, diese Hilfe anzunehmen, die wir bieten.“

„Eine der gefährlichsten Reisen der Welt“

Autor Dirk Reinhardt berichtet über Hoffnungen und Sehnsüchte der Train Kids

„Fernando hatte sie gewarnt: ,Von hundert Leuten, die über den Fluss gehen, packen es gerade mal drei bis zur Grenze im Norden und einer schafft´s rüber.´“

Ich-Erzähler Miguel begibt sich gemeinsam mit dem erfahrenen Fernando, der als Junge verkleideten Jaz, dem kleinen Ángel und dem Indio-Jungen Emilio auf eine gefährliche Reise – die Reise durch Mexiko über die Grenze in die USA. Die fünf sind Train Kids und sehen ihre Chance, dem Elend und der Armut in ihrem eigenen Land zu entkommen, in ihrem Zusammenhalt.

Autor Dirk Reinhardt

Der 8. Jahrgang der AWG hat sich in diesem Jahr mit einem politisch sehr aktuellem Thema auseinandergesetzt und das Buch „Train Kids“ gelesen. Anschließend durften die Schüler den Autor Dirk Reinhardt, der von Judith Adomeit (Fachbereichsleiterin für Musisch-Kulturelle Bildung und Deutsch) eingeladen wurde, bei sich begrüßen.

Der Autor berichtete eindrucksvoll von seinen Erlebnissen und den Begegnungen mit echten Train Kids während seiner Recherchen in Mexiko. Er erklärte hierbei, dass die Charaktere in seinem Buch zwar frei erfunden sind, die Geschichten, die sie erleben, aber auf wahren Begebenheiten beruhen. „Die Jugendlichen kommen aus Guatemala, Honduras oder El Salvador und sitzen oft tagelang an den Bahngleisen und warten auf einen Zug, auf den sie aufspringen können. Mit einer Gruppe von ihnen habe ich dort ein paar Tage gemeinsam an den Gleisen gesessen und viel erfahren“, so Dirk Reinhardt. Er erzählt weiter, dass die Mütter oft in die USA gehen und denken, sie könnten ihre Kinder bald nachholen. Dies ist leider ein Trugschluss, weil sich das Leben als illegaler Einwanderer auch in den USA alles andere als einfach gestaltet. So bleiben die Kinder bei entfernten Verwandten oder Nachbarn zurück, haben keine Möglichkeit, zur Schule zu gehen und müssen stattdessen arbeiten.

Daher begeben sich auch die Train Kids des Romans auf eine der gefährlichsten Reisen der Welt, auf der ihnen nicht nur die Trockenheit in der Wüste zu schaffen machen wird, denn zunächst müssen sie auf einen Zug aufzuspringen, was ihnen mit vereinten Kräften schließlich gelingt. Aber es ist nicht einfach, sich auf dem Zugdach zu halten. „Es geht bergab. Wir haben mächtig an Tempo zugelegt. Der Fahrtwind ist so stark, dass mein Hemd richtig flattert.“ Nicht selten enden diese Reisen tödlich.

Schüler der AWG bei der Autogrammstunde

Bevor die Schüler die Möglichkeit erhielten, sich nach der Lesung noch ein Autogramm zu sichern, durften sie noch Fragen stellen und erfuhren so, wie Dirk Reinhardt zum Autor wurde, dass er in den letzten neun Jahren fünf Romane veröffentlicht hat und dass das Buch „Train Kids“ in Deutschland ca. 30.000 – 40.000 Mal verkauft wurde. Außerdem erklärte er die Widmung seines Romans „Für Felipe, Catarina, José und Léon, wo immer sie jetzt sind“, indem er von vier jungen Menschen berichtete, mit denen er einige Tage und Nächte verbrachte, bevor diese nach einem tränenreichen Abschied ihre Reise fortsetzten, von der Dirk Reinhard bis heute nicht weiß, wo und wie sie endete.

Und gerade in dieser Aussage liegt die Tragik des Themas, dass es keine Garantie gibt auf eine bessere Zukunft nach dieser Reise, geschweige denn eine Garantie dafür, diese Reise unbeschadet zu überstehen.

Runde um Runde für einen guten Zweck

Sponsorenlauf an der Aurelia-Wald-Gesamtschule war ein voller Erfolg

Viele Monate wurde geplant und organisiert und am 05.06.2018 war es dann endlich soweit: Der Startschuss zum 1. Sponsorenlauf der AWG fiel und alle gaben ihr Bestes.

Schüler der AWG auf der Laufstrecke

Zuerst starteten die Jahrgänge 5 und 6, die nach der 3. Stunde von den Jahrgängen 7 und 8 abgelöst wurden. Die Schüler hatten nicht nur die Möglichkeit, 400 m-Runden zu laufen, sondern konnten alternativ auch mit dem Fahrrad zu 5 km-Runden starten. Nach jeder absolvierten Runde, bzw. beim Radfahren auch auf halber Strecke, konnten die Schüler auf ihren Stempelkarten einen Stempel sammeln, um am Ende nachzuweisen, wie viele Runden und Kilometer sie an diesem Tag geschafft haben. Damit alle bei Kräften blieben, durfte man sich zwischendurch jederzeit mit Wasser und frischem Obst stärken, das von den Uetzer Märkten famila und ALDI zur Verfügung gestellt wurde.

Auch die örtliche Sparkasse unterstützte den Lauf finanziell, sodass noch weitere Verpflegung gekauft werden konnte. Außerdem halfen Mitarbeiterinnen der Sparkasse an einer der Verpflegungsstationen mit. Wie so oft waren an diesem Tag die Eltern der AWG-Schüler nicht wegzudenken. Sie kümmerten sich darum, die Verpflegung auszugeben oder unterstützen die Lehrkräfte als Streckenposten. Insbesondere die Fördervereinsvorsitzende Frau Kissmann war während der Vorbereitungen für den Sponsorenlauf immer ansprechbar und hat engagiert bei der Koordinierung der Aufgaben geholfen.

Schüler der AWG auf der Radfahrstrecke

Ziel des Sponsorenlaufs war es, Geld für die Schulhofgestaltung zu sammeln. „Unsere Pausen sind manchmal echt langweilig, da wünschen wir uns mehr Spielgeräte“, äußern viele Fünftklässler, während sich die älteren Schüler eher Sitzgelegenheiten wünschen, um auch mal draußen arbeiten zu können. Dass das Interesse, den Schulhof schöner zu gestalten, auf jeden Fall vorhanden ist, zeigte sich deutlich daran, dass die Schüler und sogar einige Kollegen fleißig auf Sponsorensuche gingen, um sich ihre Runden bezahlen zu lassen. Marlon aus der 5.2 gelang es, gleich 12 Sponsoren zu finden, die seine 32 Runden (insgesamt 12,8 km!) finanzierten. Eine tolle Leistung! Aber auch viele andere Schüler hatten großzügige Sponsoren gefunden und gaben Runde für Runde alles. So kamen insgesamt über 6000 € zusammen. Eine Summe, auf die alle gemeinsam stolz sein können und die nun für die Schulhofgestaltung verplant werden kann.

Auch Herr Lohrie, der als Fachbereichsleiter für Sport und Inklusion den größten Anteil zum Gelingen des Sponsorenlaufs beitrug, freut sich über das Ergebnis und resümiert: „Die Vor- und Nachbereitung war schon sehr zeitintensiv, aber das, was wir erreicht haben, ist einfach toll! Es wird sicher nicht der letzte Sponsorenlauf an der AWG gewesen sein!“

Aufeinander zugehen – miteinander Leben – voneinander Lernen

8. Jahrgang der Aurelia-Wald-Gesamtschule besucht die liberale jüdische Gemeinde in Hannover

Dass ein offenes Miteinander zwischen Menschen aller Religionen grundlegend für ein friedvolles Zusammenleben ist, ist heutzutage sicher allen bewusst. Sowohl im Religions- als auch im Werte und Normenunterricht stehen die großen Weltreligionen auf dem Lehrplan, werden besprochen und hinterfragt. Wichtig ist es allerdings, dieses Wissen nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern auch den interreligiösen Dialog zu fördern. Und so folgte der 8. Jahrgang dem Motto der Aurelia-Wald-Gesamtschule: „Aufeinander zugehen – miteinander Leben – voneinander Lernen“ und besuchte in diesem Jahr unter anderem die liberale jüdische Etz Chaim Gemeinde in Hannover.

Schülerinnen der Stammgruppe 8.3 besuchten eine Synagoge

Das Gebäude beeindruckte die Schüler sofort. Es ist ein großes, helles und freundliches Gebäude, das früher einmal eine Kirche war. Frau Dr. Rebecca Seidler zeigte den Schülern gemeinsam mit ihrem Team den Gebetsraum und erläuterte Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Judentums mit dem Christentum und dem Islam. Anhand typischer Gegenstände, die Frau Dr. Seidler für den Besuch mitgebracht hatte, berichtete sie aus dem jüdischen Alltagsleben und beeindruckte damit vor allem die Schüler, die bisher der Meinung waren, das Judentum wäre eine alte und „angestaubte“ Religion. Die Kippa kann z. B. auch mit einem Fußball-Motiv bedruckt sein und die Mesusa, eine kleine Schriftkapsel, die an den Türrahmen hängt, lässt sich mit Bildern von Lieblingstieren oder Hobbys schmücken. Diese Aussagen weckten das Interesse für die Religion ebenso wie der Tora-Schrank mit den kostbaren Tora-Rollen, die die Schüler zum Abschluss bestaunen durften.

Die Schüler bekamen auch die Gelegenheit, alle Fragen zu stellen, die sich in der Unterrichtseinheit ergeben hatten. So erfuhren sie z. B., dass das Einhalten der Speisegebote sehr einfach ist, wenn man sich vegetarisch ernährt. Auch die Frage, ob man als Jude noch immer Nachteile habe, beantwortete Frau Dr. Seidler ganz offen, indem sie erklärte, dass die Synagoge immer abgeschlossen sei und auch der angrenzende Kindergarten sicherheitshalber mit Kameras überwacht werde. Dies hat die Schüler besonders beeindruckt und vor allem zum Nachdenken angeregt.

Aufgrund der positiven Rückmeldungen von Schülern und Lehrkräften steht schon jetzt fest, dass auch weiterhin verschiedene Gebetshäuser besucht werden sollen, um das Verständnis für Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Religionen zu stärken, Toleranz zu fördern und Vielfältigkeit als etwas Positives zu erleben.

Aufeinander zugehen – miteinander leben – voneinander lernen

Aurelia-Wald-Gesamtschule lud zum AWG L(l)eben-Tag ein

„Was ist für Sie gute Schule?“ – Diese Frage stellte Schulleiter Frank Stöber am 04.05.2018 interessierten Eltern, die zur Infoveranstaltung AWG L(l)eben in der Agora des Schulzentrums Uetze erschienen waren. Im Rahmen dieser jährlich stattfindenden Veranstaltung besteht für Schüler und Eltern die Möglichkeit, sich über die Aurelia-Wald-Gesamtschule und das Schulleben zu informieren und die Räumlichkeiten kennenzulernen.

Herr Stöber erklärte den Eltern u.a., dass es dem Kollegium der AWG ein wichtiges Anliegen ist, jeden Schüler individuell zu fordern und zu fördern, weil jeder unterschiedlich im Umgang mit Herausforderungen ist. Um diesem Anliegen gerecht zu werden, werden die Schüler z.B. ab Jahrgang 7 in den Fächern Mathematik und Englisch auf unterschiedlichen Niveaustufen und ab dem 8. Jahrgang in differenzierten Fachleistungskursen unterrichtet. Bereits ab dem 6. Jahrgang haben die Schüler die Möglichkeit nach Interesse zwischen fünf verschiedenen Wahlpflichtkurs-Profilen zu wählen.

Im Zuge von Zielvereinbarungs- und Zielüberprüfungsgesprächen sowie von Fachrückmeldungen erhalten die Schüler mehrmals jährlich ebenso eine individuelle Rückmeldung zu ihren Stärken wie auch im Hinblick auf Verbesserungsmöglichkeiten.

An den Infoständen konnten die Eltern ausgiebig Fragen stellen.

Im Anschluss an die allgemeine Informationsveranstaltung hatten die Eltern Gelegenheit, im Austausch mit Lehrkräften und Mitarbeitern der Schule an verschiedenen Ständen weitere Fragen zu stellen. Hierbei konnten sie sich nicht nur über verschiedene Fächer, Lernentwicklungsberichte und Zeugnisse oder Projektarbeit informieren, sondern sich auch über die Beratungsmöglichkeiten und die Schulsozialarbeit erkundigen. Im Laufe der gesamten Veranstaltung wurde deutlich, dass an der noch sehr jungen AWG viele Vorhaben bereits auf den Weg gebracht wurden, so z.B. das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ oder die Gründung eines Mobbing-Interventions-Teams.

Schülerinnen und Schüler beim Experimentieren im Workshop der Naturwissenschaften.

Während die Eltern sich über die mögliche neue Schule ihrer Kinder informierten, durchliefen die Viertklässler, begleitet von Schülern des 8. Jahrgangs, verschiedene Workshops, um die Schule und die verschiedenen Fachbereiche kennenzulernen. So wurde neugierig experimentiert und Papierblumen wurden zum Blühen gebracht, es entstanden tolle Muttertagskarten im Stil von Picassos Einlinienzeichnungen oder auch Lesezeichen aus Papyrus und aus der Küche duftete es nach selbstgemachtem Popcorn. Beim Rhythmusworkshop mit Percussion-Instrumenten konnten die Schüler ebenso zeigen, was in ihnen steckt, wie beim Impro-Theater oder beim Sportparcours. Außerdem hatten die Schüler die Möglichkeit, ihr Fremdsprachengeschick im Französisch- und Spanisch-Workshop unter Beweis zu stellen. Als die Kinder wieder auf ihre Eltern trafen, berichteten sie von tollen Aktionen und zeigten stolz ihre selbsthergestellten Werke.

Die Schülerinnen und Schüler probierten sich an den Aufgaben im Spanisch-Workshop.

Auch der Förderverein zeigte sich an diesem Tag wieder voller Tatkraft, informierte Eltern und organsierte einen Getränkestand und das Grillen zum Abschluss der Veranstaltung.

Am Ende des Tages war sich das Kollegium der AWG einig: „Uns ist die Kooperation mit einer aktiven Elternschaft sehr wichtig, daher möchten wir die Eltern von Anfang an mit einbeziehen. Dazu gehört natürlich auch immer die Gelegenheit, sich zu informieren und Fragen zu stellen. Darum freuen wir uns sehr darüber, dass wir jedes Jahr wieder engagierte Eltern an unserem AWG L(l)eben Tag begrüßen dürfen.“