Aufeinander zugehen – miteinander leben – voneinander lernen

Demokratie beginnt bei uns!

Demokratiebildung gehört an der Aurelia-Wald-Gesamtschule nicht nur in den Unterricht, sondern mitten ins Schulleben.
Beim diesjährigen Tag der Demokratie am 15.09.2026 wurde deshalb in allen Jahrgängen demokratisch miteinander diskutiert, verhandelt und hinterfragt.

Unterstützt wurden unsere Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte dabei von den Demokratiepaten der Polizei, der Menschenrechtsorganisation hawar.help, den Omas gegen Rechts und dem Antikriegshaus.

Auch Bürgermeister Florian Gahre war zu Gast und zeigte großes Interesse an den vielfältigen Projekten. Auf Augenhöhe kam er mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch und ließ sich ihre Ergebnisse und Ideen erklären. Die Kinder und Jugendlichen begegneten ihm dabei sehr offen und freuten sich sichtbar über seinen Besuch. In einer Stammgruppe gab es sogar spontanen Applaus für seine Wiederwahl am vergangenen Wochenende.

Gemeinde1

Die Ausgestaltung des Tages hatte in jedem Jahrgang einen anderen Schwerpunkt.

In Jahrgang 5 wurde Demokratie ganz praktisch erlebt: Bei der Wahl ihrer Stammgruppenvertretungen lernten die Schülerinnen und Schüler demokratische Grundsätze kennen und bereiteten sich mit viel Kreativität auf ihre erste eigene Wahl vor. Wahlplakate wurden gestaltet und im Wahlkampf präsentiert. Bei einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen waren sogar Stichwahlen notwendig.

Auch der 6. Jahrgang machte Demokratie unmittelbar erfahrbar. Die Schülerinnen und Schüler recherchierten mögliche Ausflugsziele, präsentierten ihre Vorschläge und entschieden anschließend in einer geheimen Wahl in der Agora, welches Ziel gemeinsam ausgewählt werden sollte. So wurde deutlich, dass Mitbestimmung bedeutet, eigene Entscheidungen zu treffen, aber auch, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren.

In Jahrgang 7 stand das Planspiel „Eine neue Straße für Felddorf“ auf dem Programm. Dafür schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rollen verschiedener Interessengruppen. Eltern, Bauern, Umweltschützende und Wirtschaft vertraten unterschiedliche Positionen zur geplanten Umgehungsstraße. Es wurde verhandelt, diskutiert und nach Kompromissen gesucht, bevor der Dorfrat über eine Lösung abstimmte. Dabei wurde eines klar: Demokratie bedeutet nicht, dass alle bekommen, was sie wollen. Sie bedeutet, unterschiedliche Interessen auszuhalten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Die Stammgruppen des 8. Jahrgangs beschäftigten sich mit den Freiheits- und Gleichheitsrechten sowie der Menschenwürde. Die Demokratiepaten der Polizei verbanden dabei wichtige Grundlagen mit praxisnahen Fallbeispielen und Rollenspielen. So konnten die Jugendlichen Rechts- und Unrechtssituationen nicht nur besprechen, sondern aktiv nachvollziehen.

Besondere Eindrücke gab es auch für Jahrgang 9. Gemeinsam mit hawar.help setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit realen Fluchtwegen und Fluchterfahrungen aus Syrien, dem Irak und Venezuela auseinander.

Besonders berührend war dabei die Begegnung mit einer Frau, die von ihrer eigenen Fluchtgeschichte erzählte. Ihre Eltern wurden während der ersten Taliban-Herrschaft ermordet, weil sie sich für Bildung und Meinungsfreiheit einsetzten. Schon als kleines Kind musste sie daher mit ihrer Familie immer wieder den Aufenthaltsort wechseln, bevor sie schließlich mit ihren Geschwistern dem Terror entkommen und in Frieden aufwachsen konnte.

Die Schülerinnen und Schüler lauschten dem Vortrag aufmerksam und zeigten sich sehr empathisch.

 

Hawar.help2

Auch der 10. Jahrgang durfte in Workshops besondere Gäste begrüßen. Die Omas gegen Rechts bauten gemeinsam mit den Jugendlichen ein „Haus der Demokratie“. Schnell wurde deutlich: Nicht jeder Baustein kann ohne Folgen entfernt werden. Als beispielsweise der Stein „Gleichberechtigung“ herausgenommen wurde, geriet das ganze Haus ins Wanken. Die Jugendlichen diskutierten daraufhin darüber, wo Gleichberechtigung im Alltag leider noch nicht selbstverständlich ist.
Das Antikriegshaus beschäftigte sich mit Vielfalt und Toleranz, insbesondere im Hinblick auf das Miteinander mit Menschen mit Beeinträchtigungen.
Im Workshop „Feindliche Worte“ ging es schließlich um die Wirkung von diskriminierender Sprache. Die Jugendlichen beschäftigten sich damit, wann Worte versteckte Diskriminierungen beinhalten, was sie auslösen können und gestalteten anschließend T-Shirts mit eigenen Statements gegen Ausgrenzung und Diskriminierung.

Haus Der Demokratie Ganz 3

Der Tag hat wieder einmal gezeigt, wie vielfältig Demokratiebildung sein kann und dass sie sich nicht nur auf einzelne Unterrichtsstunden beschränken lässt.
Demokratie beginnt im täglichen Miteinander und lebt davon, dass alle mitmachen!

Grundi